Nährstoffe für gesunde Zähne und Zahnfleisch

Was der Mund wirklich braucht: Nährstoffe für Zähne & Zahnfleisch

Wenn wir uns den Mund ansehen, haben wir drei Bereiche vor uns, die ganz unterschiedliche Nährstoffe brauchen. Die Schleimhaut, den Knochen und den Zahn. In den meisten Ratgebern steht dazu Kalzium, das war es dann. Doch um die Mundgesundheit langfristig zu verbessern und aufrecht zu erhalten lohnt es sich auf mehr zu schauen.

Die Mundschleimhaut

Die Mundschleimhaut gehört zu den schnellsten Geweben im Körper. Nach etwa fünf bis sieben Tagen ist sie einmal komplett ausgetauscht, die Haut braucht dafür vier Wochen. Zellteilung in diesem Tempo braucht Nachschub, und deshalb zeigt sich ein Mangel im Mund oft früher als anderswo.

Vitamin B12 und Folat für die Zellteilung

Vitamin B12 und Folat stehen ganz vorne, beide werden unmittelbar für die Zellteilung gebraucht. Fehlen sie, wird die Schleimhaut dünn und empfindlich. Eine glatt gewordene Zunge, brennende Stellen, eingerissene Mundwinkel, das sind Bilder, die ich regelmäßig sehe, lange bevor jemand ins Blutbild geschaut hat. Gerade das Zungenbrennen hat erstaunlich häufig einen B12-Mangel im Hintergrund. Bei den Mundwinkeln lohnt zusätzlich der Blick auf Vitamin B2, das ist der Klassiker dahinter.

Eisen für das Gewebe

Eisen gehört in dieselbe Gruppe. Wo Eisen fehlt, kommt zu wenig Sauerstoff im Gewebe an, und ein Gewebe, das sich alle paar Tage neu bildet, merkt das sofort.

Zink und Vitamin C für die Wundheilung

Ein eigenes Thema ist die Wundheilung. Im Mund läuft sie schneller als überall sonst, eine Verletzung an der Wange ist meist nach ein paar Tagen verschwunden. Damit das so bleibt, braucht es Zink, das in der Reparatur als Cofaktor arbeitet, und Vitamin C, das dem Bindegewebe darunter seine Stabilität gibt. Wo Vitamin C knapp wird, blutet auch das Zahnfleisch schneller. Vitamin A hält die Oberfläche geschmeidig, sodass sie nicht verhornt.

Das Wichtigste für eine gesunde Schleimhaut ist aber der Speichel. Er hält sie feucht und puffert Säuren ab, außerdem bringt er die Abwehrstoffe dorthin, wo sie gebraucht werden. Genau dieser Speichel sollte die Stoffe enthalten, um die es hier geht, denn über ihn kommen sie im Mund überhaupt erst an. Wer zu wenig trinkt oder Medikamente nimmt, die den Mund trockenlegen, merkt das an der Schleimhaut zuerst.

Der Knochen

Der Kieferknochen wird ständig ab- und wieder aufgebaut, angetrieben vom Kaudruck. Dieser Umbau braucht Material.

Vitamin D, Kalzium und Phosphor

Vitamin D ist der Schlüssel, weil ohne es Kalzium aus der Nahrung kaum aufgenommen wird. Ich bestimme den Status bei meinen Patienten regelmäßig, weil die Werte bei uns über weite Teile des Jahres niedrig liegen.

Kalzium und Phosphor bilden dann die mineralische Substanz, in einem festen Verhältnis zueinander. Wird über stark verarbeitete Lebensmittel, Cola mit Phosphor konsumiert, verschiebt sich dieses Verhältnis.

Vitamin K2 und Magnesium

Vitamin K2 sorgt dafür, dass das Kalzium im Knochen landet statt in den Gefäßen. Magnesium wird gebraucht, damit Vitamin D überhaupt in seine aktive Form kommt.

Vitamin D hoch zu dosieren, ohne diese beiden mitzudenken, bringt wenig.

Die Zähne

Der Zahn ist das einzige Gewebe im Körper, das sich nicht selbst reparieren kann. Ist der Schmelz einmal fertig, kommt von innen nichts mehr nach.

Die Versorgung läuft von außen, über den . Er ist mit Kalzium und Phosphat gesättigt und lagert beides fortlaufend wieder in den Zahnschmelz ein, ohne dass wir etwas davon merken. Wie gut das funktioniert, hängt davon ab, wie viel Speichel da ist und was tatsächlich darin gelöst vorliegt.

Dazu kommt der pH-Wert. Unterhalb von etwa 5,5 kippt der Vorgang und der Schmelz gibt Mineralien ab, statt sie aufzunehmen.

Nach jedem Essen dauert es rund dreißig bis sechzig Minuten, bis der Speichel den pH-Wert wieder angehoben hat. Wer über den Tag verteilt ständig etwas isst oder trinkt, hält den Mund dauerhaft in der sauren Phase.

Kurz gefasst: Was braucht der Mund?

Die Schleimhaut braucht Bausteine für ihre schnelle Erneuerung, also B12, Folat, Eisen, Zink, Vitamin C, Vitamin A. Der Knochen braucht Vitamin D, Kalzium, Phosphor, K2 und Magnesium. Der Zahn braucht vor allem einen stabilen pH-Wert und genug guten Speichel. Was davon im Einzelfall wirklich fehlt, zeigt nur eine ordentliche Messung.

Supplementierung in der Zahnmedizin beginnt mit der täglichen Zahnpflege Routine. Denn dort beginnt die Versorgung und Pflege der Zähne.

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